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Brotbacken für Faule: Tipps für möglichst einfaches Brot

Brot zu backen kann unterschiedliche Ambitionen hervor bringen: Besonders Ambitionierte wollen alles ganz genau vorbereiten, sich Zeit nehmen, jeden Schritt verstehen, um dann das bestmögliche Brot-Ergebnis aus dem Ofen zu ziehen. Und dann gibt es die Anderen: Es muss möglichst einfach und schnell gehen und das Ergebnis soll trotzdem passabel sein. Für die ist dieser Artikel.

Nicht jede(r) möchte sich bis kleinste Detail in die Brotback-Materie einarbeiten und jeden Schritt der Brotback-Produktion genießen und mit Tatendrang ausfüllen. Die die das nicht unbedingt wollen, wollen aber vielleicht trotzdem ein leckeres Brot backen. Auch wenn der Aufwand so gering wie möglich gehalten werden soll. Die folgenden Tipps helfen dir dabei die ruhige Kugel beim Brotbacken zu schieben: 

Bestehende Rezepte nutzen

Wenn du ein möglichst einfaches Brot backen willst, dann solltest du bestehende Rezepte nutzen. Es gibt viele Rezepte, die Faulheit unterstützen. Wenige Zutaten, wenige Schritte, lange Wartezeiten ohne eigenes Eingreifen. In der Regel sind das die Anfänger-Brote, die noch recht wenige Schritte bedürfen. Nichts liegt der Faulheit ferner, als sich auch noch Gedanken über das Rezept machen zu müssen. Spar dir diesen Schritt und nutze Rezepte, die dich unterstützen.

No Knead

Brote, die nicht geknetet werden müssen, sind perfekt für „faule“ Leute. Und ja, es ist wirklich so: Brotteig muss nicht unbedingt geknetet werden. Das Kneten unterstützt die Verquellung des Mehls mit Wasser und die Teiggerüstbildung. Aber das Ganze passiert weitestgehend auch vollautomatisch über die Zeit, wenn du die Zutaten einfach nur zusammenrührst. Und das Ergebnis? Ist in der Regel sehr passabel. No Knead Brote werden zwar selten ganz so perfekt wie Brote aus wirklich ausgeknetetem Teig, aber durchaus sehr gut! So wie dieses hier zum Beispiel: Das 5 Minuten Roggenmischbrot:

Kastenbrote backen

Und wenn wir schon bei „einfach“ sind: Kastenbrote gehören zu den einfachsten Broten überhaupt. Oftmals musst du nur den Teig verkneten, etwas reifen lassen und dann irgendwie in den Kasten bekommen. Dort reift er dann zu Ende und du musst nur noch den Ofen aufheizen und dich dann später am fertigen Brot erfreuen. Manche streichen den Teig sogar, je nach Rezept, direkt in die Kastenform und lassen das „Formen“ des Brotteigs ganz einfach aus. Auch das geht, wenn das Rezept dafür ausgelegt ist. Du sparst dir also Schritte, die dich Arbeit kosten und die frustrieren können. Das Formen von Brotteig ist einer dieser Schritte, vor dem viele Angst haben. Kastenbrote machen das Ganze dann unkompliziert und stressfrei.

So wie bei meinem Quick’n’Dirty Körnerkastenbrot:

Sauerteigbrote: Einen Sauerteig für alle Brotsorten verwenden

Wenn du Sauerteigbrote backen willst, hast du natürlich auch einen Sauerteig zu Hause stehen. Vielleicht sogar mehrere, je nachdem was du backen willst (zB Roggensauer für Roggenbrote und Weizensauer für Weizenbrote oder Mischbrote). Für maximale Stressfreiheit empfiehlt es sich, auf einen Sauerteig zu reduzieren. Der Roggensauer bietet sich an, weil mit ihm eigentlich fast alles gebacken werden kann. Und er lässt sich auch problemlos mal duplizieren und umerziehen, wenn es denn nötig wäre. Ansonsten kannst du deinen Roggensauer auch für ein Weizenbrot nutzen. 

Sauerteigbrote: Auffrischbrote backen

Und wenn wir schon bei Sauerteigbrot sind: Verwende deine Sauerteigreste für neue Brote. Sogenannte „Auffrischbrote“ kannst du backen, indem du einfach deine Sauerteigreste in den Teig gibst und ansonsten nur etwas Hefe zusetzt. Dann hast du das Beste aus 2 Welten und du musstest nicht einmal einen extra Sauerteig für das Brot ansetzen, den hattest du als Rest ohnehin im Kühlschrank von der letzten Fütterung.

Beispiel: Auffrischbrot mit Weizenkleie:

Die Kühlschrankgare nutzen

Damit du morgens keinen Stress hast, kannst du deinen Kühlschrank mit in den Brotbackprozess einbinden. Knete deinen Teig, lass ihn im Raum anspringen und packe ihn dann in den Kühlschrank über Nacht. Dort reift er dann sehr langsam vor sich hin und kann am nächsten Morgen einfach weiterverarbeitet werden. Das spart Zeit und Aufwand am Backtag. Und wenn du morgens direkt backen willst, ganz ohne Arbeit, geht der Teigling am Vortag erst nach der Stockgare und nach dem Formen in den Kühlschrank. Dort reift er dann bis morgens fertig und kann direkt aus dem Kühlschrank heraus gebacken werden. Für solche Zwecke gibt es spezielle Rezepte mit Kühlschrankgare.

So wie mein Rezept für Ciabatta-Brötchen:

Wenige Zutaten verwenden

Je weniger Zutaten du in deinem Brot hast, desto einfacher wird es in der Theorie: Mehl, Wasser, Salz und Hefe ist erstmal alles was du brauchst. Je mehr Zutaten dazu kommen, desto potentiell aufwendiger wird es. Wenngleich du auch nur mit diesen 4 Zutaten ein sehr kompliziertes Brot backen kannst, wenn du mit Vorstufen arbeitest.

Vorstufen auslassen

Vorstufen sind zum Beispiel Hefe-Vorteige oder auch Sauerteige. Sie machen das Brotbacken komplexer, aber am Ende auch viel besser. Es muss dir klar sein, das Verzichten darauf hilft dir Arbeitsaufwand einzusparen, das Ergebnis wird aber in den meisten Fällen nicht dem Optimum entsprechen. Ein tolles Brot mit Vorstufen ist zum Beispiel das Biga-Brot:

Mehrere Brote auf einmal backen

Und wer langfristig denken möchte, backt an einem Backtag einfach mehrere Brote auf einmal und friert dann Brot-Reste ein. Entweder ganze Brote oder einfach geschnitten. Aufgetaut im Toaster ist eingefrorenes Brot im Nu und so hast du nur einmal Aufwand für mehrere Tage. Strom sparst du auch noch, weil du deinen Ofen nur einmal aufheizen musst.

Fazit

Natürlich ist es nicht so, dass du ganz ohne Aufwand ein Brot backen kannst. Wenn das dein Ziel ist, unterstützt du vielleicht eher die Bäckerei ums Eck. Und natürlich werden dir diese Tipps hier nur bedingt helfen perfekte Brote zu backen. Aber dennoch können sie dir dein Leben als HeimbäckerIn einfacher machen, wenn es dir nicht um Perfektion geht, sondern nur darum ein gutes Brot mit möglichst wenig Aufwand zu Hause selber backen zu können. Und wer weiß…vielleicht kommst du auf den Geschmack und möchtest später dann tiefer in die Thematik eintauchen und dich an aufwendigerer Brote wagen. Die Hauptsache ist, dass du selber backst!

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Über mich

Mein Name ist René und eigentlich würde ich mich niemals selbst als Bäcker bezeichnen. Aber für meine Familie bin ich „der Bäcker“. Und weil mir das Backen von Brot unendlich Freude bereitet, versuche ich hier für mich und andere eine Sammlung an Brotback-Wissen und vielen Rezepten zu schaffen. Viel Spaß damit!

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