Roggen-Weizenmischbrot ohne Kneten

5 Minuten No-Knead-Roggenmischbrot

Einsteigerfreundlich, schnell, für den Notfall ideal: Das No-Knead-Roggenmischbrot. Morgens eben schnell in nur 5 Minuten angerührt und abends nach der Arbeit gebacken. So einfach kann es sein ein gutes Roggenbrot zu backen.

Mein Anlass für dieses Roggenmischbrot war folgender: Das letzte Rezept ist überhaupt nix geworden und so musste schnell ein Erfolgserlebnis her. In der Regel überstürze ich dann alles und das Ergebnis wird erwartungsgemäß nicht gerade ein Fest. In diesem Fall hat es aber super geklappt! Durch einen unerwarteten Wintereinbruch hatte ich ein paar Minuten mehr Zeit mich morgens auf den Weg ins Büro zu machen. So kam mir die spontane Idee ein Roggenmischbrot anzurühren und einfach bis abends stehen zu lassen (das nennt man No-Knead: Hier findest du andere Rezepte zu No Knead, zum Beispiel dieses leckere Dinkel-Roggen-No-Knead-Bread). Gesagt getan: Mehl mit Wasser, Sauerteig Starter, Hefe und Salz gemischt, bis keine Mehlnester mehr zu sehen waren und dann direkt in einer leicht geölten Teigschüssel abgedeckt bei ca. 23° für 8 Stunden stehen gelassen.

Abends folgt dann die Überraschung: Ist der Teig zu weit gegangen oder just in time fertig fermentiert? In dem Fall war er super fermentiert, hat aber schon ein paar Luftlöcher gezeigt, so dass viel mehr Zeit hier auch gar nicht mehr gut getan hätten. Eine Stunde hin oder her sollte keinen Unterschied machen. Dann den Teig direkt rundgewirkt und in ein Gärkörbchen für eine knappe Stunde gepackt. Währenddessen den Ofen aufgeheizt und dann direkt gebacken. Somit sind vom Anrühren zum fertigen Backergebnis knappe 11 Stunden vergangen. Und das mit extrem wenig Aufwand. Super oder? Einfach mal ausprobieren...

Und wenn du keinen Sauerteig hast, dann lass ihn einfach weg bei diesem Rezept. Die Hefe schafft es auch in 8 Stunden den Teig zu fermentieren. Geschmacklich wird das anders sein als bei mir, durch die lange Reife entsteht eben ein kleiner Sauerteig in Brotform. Aber nicht so sauer, als wäre es unangenehm. Für meinen Geschmack genau richtig.

Die Kruste ist durch das grobe Wirken richtig schön kross. Die Krume fein und köstlich. Durch das No Knead und Roggen sind große Poren nicht erreichbar. Aber wer ein gutes Roggenbrot essen will, der legt da auch keinen Wert drauf. Alles in allem haben wir hier also ein super Alltagsbrot, das schnell gemacht ist. Gerade auch für Einsteiger dringen empfohlen.

Mein Zeitplan für dieses Rezept

Backtag

8:00 Uhr Teig gemischt
16:30 Uhr Teig geformt und in einen Brotkorb gelegt
18:30 bis 19:25 Uhr gebacken

Ergebnis

ca. 900g Brot

Zubereitungszeit

🕒

Region

Deutschland

Frischehaltung

Hält 2 bis 3 Tage frisch

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Zutaten

  • 300g Roggenmehl Typ 1150 (ich: Champagnerroggen)
  • 200g Weizenmehl Typ 812 (oder 550/1050 zu 50:50 gemischt; ich T80 Label Rouge)
  • 400g Wasser 28 bis 30 Grad
  • 30g Anstellgut / Starter vom Roggensauerteig (wenn nicht vorhanden, weglassen)
  • 1g Hefe (wenn kein Roggensauerteig, dann 2g)
  • 13g Salz

Zubereitung

Backtag

Hauptteig
300g Roggenmehl Typ 1150 (ich: Champagnerroggen)
200g Weizenmehl Typ 812 (oder 550/1050 zu 50:50 gemischt; ich T80 Label Rouge)
400g Wasser 28 bis 30 Grad
30g Anstellgut / Starter vom Roggensauerteig (wenn nicht vorhanden, weglassen)
1g Hefe (wenn kein Roggensauerteig, dann 2g)
13g Salz

  • Alle Zutaten in eine Schüssel geben und solange verrühren (mit einem Kochlöffel oder den Händen), bis keine Mehlnester mehr zu erkennen sind (Bild siehe unten)
  • Teigtemperatur war bei mir ca. 25°
  • Schüssel abgdeckt bei ca. 22 bis 24° im Raum reifen lassen
  • Nach ca. 8 Stunden prüfen, ob Teig weit genug gereift ist. Wenn er Luftlöcher bekommt, dann weiterbearbeiten. Wenn er sich noch nicht verdoppelt hat, noch weiter reifen lassen (können auch 12 bis 16 Stunden sein, wenn die Raumtemperatur niedriger ist)
  • Teig mit einigermaßen viel Mehl ganz grob rund wirken (Teig ist bei mir durch den hohen Roggenanteil und das fehlende Auskneten nicht dehnbar) und mit dem Schluss nach unten in einen Gärkorb legen. Abgedeckt reifen lassen, bis der Ofen mind. 1 Stunde vorgeheizt wurde. Teig sollte dann im Gärkorb auch nochmal mind. 50% an Volumen zugenommen haben.
  • Ofen auf 250° hochheizen mit dem gusseisernen Topf. Wenn ohne Topf, dann mit Backstahl oder Pizzastein und einem Schwadegefäß.
  • Teig auf ein Stück Backpapier stürzen (wenn im Topf gebacken, sonst auf einen Schieber stürzen), in den heißen Topf legen und diesen geschlossen wieder in den Ofen stellen (wenn kein Topf, dann Teig auf Backstein schieben, schwaden und backen)
  • Mit Topf 25 Minuten bei geschlossenem Deckel backen, danach den Deckel abnehmen und auf 200° herunterschalten. Weitere 25 Minuten backen.
  • Ohne Topf: 10 Minuten bei 250° unter Schwaden backen
  • Ohne Topf: Dampf kurz ablassen, Schwader rausnehmen aus dem Ofen
  • Ohne Topf: 40 Minuten bei 200° backen
  • Ofen ausschalten und weitere 5 Minuten bei leicht offener Ofentür backen
  • Abkühlen lassen auf einem Rost
  • Fertig!

Eine sehr schön gleichmäßig feine Porung

Aromatisch und einfach lecker

Ein wunderbarer krosser Ausbund

So muss ein Brotboden aussehen

Durch das grobe Wirken bricht das Brot unkontrolliert auf

So sah der Teig direkt nach dem Mischen aus

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Verwendete Brotback-Helferlein

Die folgenden Utensilien habe ich bei diesem Rezept verwendet. Hier findest du alle Utensilien, die ich für's Brot-Backen verwende:

Artikel zuletzt aktualisiert am 28. April 2021 von
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4 Antworten
  1. Bettina Ließmann

    Hallo
    Habe dein Brot gebacken und es ist gelungen ,mit Hefe. Ein RASG besitze ich ,nur vertraue ich ihm nicht.Werde es beim nächsten Mal als Geschmackverstärkerzugeben. Ich vermisse schon ein gutes Roggenbrot. In meiner Kindheit gab es einen sehr guten Bäcker, diesen Geschmack vermisse ich.

    1. René von brooot.de

      Hallo Bettina, das stimmt…Roggenbrot schmeckt nur richtig gut mit Sauerteig. Roggensauerteig ist recht unkompliziert. Einfach ein paar mal hintereinander füttern, dann sollte er auf Trab kommen.

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„Der Bäcker“

Mein Name ist René und eigentlich würde ich mich niemals selbst als Bäcker bezeichnen. Zu viel Respekt habe ich vor diesem Berufsstand und davor welche Anforderungen Mitglieder dieser Zunft täglich stemmen müssen. Aber für meine Familie bin ich „der Bäcker“. Selbst, wenn auch mal ein Brot misslingt. Hier findest du meine Lieblingsrezepte.

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