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Rezept für ein Tiroler Sauerteigbrot

Tiroler Brot 2.0

Ich liebe Tirol und bin dort immer wieder gerne im Urlaub. DAS eine Tiroler Brot gibt es nicht, weil auch die Tiroler Region sehr breitgezogen ist, von Nordtirol nach Südtirol. Aber Tiroler Brote haben etwas gemein: Sie sind rustikal, haben einen großen Roggenanteil und sind allesamt lecker und haltbar. Hier findest du meine Variante des Tiroler Brots mit verbesserter Rezeptur.

Schwierigkeit: Mittel Direkt zum Rezept

Ich kenne mittlerweile schon einige Versionen eines Tiroler Brots. Entweder mit sehr viel Roggenanteil (bis zu 90%) oder auch mit weniger Roggen (50-60%, z.B. in manchen Südtiroler Gegenden zu finden). Viele Varianten, viele tolle Brote. Alle mit unterschiedlichstem Charakter, egal ob Nordtiroler Bauernbrot, Südtiroler Hausbrot oder auch ein Vinschgauer. Ich möchte hier die etwas hellere Variante zeigen, die mir immer sehr zusagt. Es hat eine sehr krosse und dicke Kruste, geschmacklich dominiert der Roggensauer, vor allem in Kombination mit einem Brotgewürz aus Kümmel, Fenchel, Koriander und Anis (wer das nicht mag, lässt es einfach weg).

Was ist das Besondere an meinem Tiroler-Brot
Du wirst Dich fragen, wieso mein Rezept ausgerechnet das Tiroler-Brot 2.0 ist. Es weicht deutlich von alten Rezepten ab, die leider nicht immer gut konzipiert gewesen sind. Zu viel Gewürz, zu wenig Sauerteig, zu viel Hefe, etc. Das habe ich bedauerlicherweise oft gesehen und probiert. Ein Beispiel für ein Rezept dieser Sorte:

500 g Roggenmehl
500 g Brotmehl
700-800 ml lauwarmes Wasser
25 g Sauerteig
25 g Brotgewürz (Koriander, Kümmel, Fenchel und Anis)
1 EL Roggenmalz
2 g Salz
2 Päckchen Trockenhefe

Allein der Blick auf die Hefe zeigt, dass hier kein gut verträgliches und auch kaum ein leckeres Brot entstehen kann.

In meinem Rezept wird auch etwas heller gebacken, kein fast ausschließlich roggenlastiges Brot. Das macht die Krume leichter, aber trotzdem nicht zu luftig (was bei dem Roggenanteil auch nicht geht). Dennoch wird hier das Brotgewürz eingesetzt, was vor allem bei Roggenbroten zum Einsatz kommt. Ich habe noch, als besondere Zutat, Altbrot in Form eines Kochstücks eingebaut. Das gibt super Aromen und hält das Brot länger frisch. Und auch etwas Rübensirup kommt zum Einsatz, für eine gewisse malzige Süße (ganz ohne spezielles Malz). Du siehst, meine Variante weicht ab von ganz klassischen Rezepten. Hefe kommt nur für diejenigen zum Einsatz, die keinen fitten Sauerteig haben. Aber auch dann eher in homöopathischen Mengen. Das sorgt für Verträglichkeit und gleichzeitig für einen stabilen Geschmack.

Welche Zutaten werden für das klassische Tiroler-Brot benötigt?
Wichtig ist natürlich der Sauerteig. Ohne Sauerteig, kein Tiroler Brot. Dann ein gutes Roggenmehl, Weizenmehl, Wasser, Salz und Brotgewürz (oder auch nicht, wer nicht mag).

Wie lange hält sich das Tiroler-Brot?
Das Tiroler Brot hält 3-4 Tage.

Ist das Tiroler-Brot für Anfänger geeignet?
Ja, durch seine relativ einfache Zubereitung ist es auch für Backanfänger gut geeignet, wenn Du einen Sauerteig zu Hause hast.

Was macht Tiroler Brot eigentlich typisch?
Tiroler Brot ist ein rustikales Bauernbrot mit hohem Roggenanteil, Sauerteigführung und klassischem Brotgewürz. Es ist kräftig gebacken, aromatisch und lange haltbar - genau so, wie es in Alpenregionen traditionell üblich war.

Brauche ich unbedingt Sauerteig für Tiroler Brot?
Ja, wenn Du nah an der Tradition bleiben willst. Roggen braucht Säure für Struktur und Geschmack. Hefe kann helfen, wenn Dein Sauerteig nicht fit sein sollte, ersetzt den Sauerteig aber nicht sinnvoll.

Warum ist die Kruste so dick und rustikal?
Historisch wurde im Holzofen gebacken, oft für viele Tage Vorrat. Eine kräftige Kruste schützt die Krume, verbessert die Haltbarkeit und liefert zusätzlich Aroma.

Wie saftig und luftig sollte die Krume meines Tiroler-Brots sein?
Tiroler Brot ist eher kompakt und saftig als luftig. Roggen sorgt für Bindung und Feuchtigkeit. Eine zu offene Porung wäre untypisch.

Kann ich Tiroler Brot ohne Holzofen backen?
Absolut. Ein normaler Haushaltsbackofen funktioniert gut. Wichtig sind hohe Anfangshitze und ausreichend Backzeit für eine kräftige Kruste.

Verwendete Mehle für das Tiroler Brot

Ich habe Standardmehle meiner Hausmühle verwendet:

Roggenmehl Typ 1150
Weizenmehl Typ 500 oder W700

Mein Zeitplan für dieses Rezept

(ggfs. musst du am Vortag 2x deinen Sauerteig füttern, damit dein Sauerteig fit ist und ohne Hefe auskommt)

Vortag

18:00 Uhr Sauerteig angesetzt
18:05 Uhr Kochstück angesetzt

Backtag

11:15 bis 11:26 Uhr Hauptteig geknetet
11:26 bis 13:00 Uhr Kesselgare
13:00 Uhr Teig rustikal geformt und in Gärkörbchen gelegt
14:00 Uhr Ofen eingeschaltet
14:45 bis 15:55 Uhr gebacken

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Rezept

Aktiviere hier den Kochmodus, damit dein Bildschirm an bleibt.

Ergebnis

ca. 1300g Brot

Zubereitungszeit

🕒

Region

Deutschland

Frischehaltung

Hält lange frisch

Symbolbild: Zur Druckversion Rezept drucken
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Zutaten

  • 14g Anstellgut Roggensauerteig
  • 400g Roggen 1150
  • 350g Weizenmehl Typ 550 oder W700
  • 15g Altbrot geröstet und gemahlen (Alternativ 15g Vollkornmehl)
  • 635g Wasser
  • 14g Salz
  • 7g Brotgewürz
  • 15g Rübensirup oder Honig
  • (ggf. 1g Schisser Hefe, wenn dein Sauerteig nicht fit sein sollte)
  • 30g Bassinage / Reservewasser

Hinweis, damit der Teig nicht zu weich wird: Es macht Sinn die Wassermenge immer etwas vorsichtiger zu dosieren, wenn nicht genau die gleichen Mehle verwendet werden, die ich verwendet habe. Ich versuche schon durch "Reservewasser" einen gewissen Faktor herauszurechnen, dennoch kommt es immer wieder vor, dass mal Teige beim Nachbacken zu weich werden. Lieber zu Beginn nochmal 20g weniger Wasser nehmen und später dann dazugeben. Vor allem dann, wenn man am Anfang der BäckerInnen-Karriere steht. :)

Hinweis zu Knetzeiten: Bitte beachte, dass hier angegebene Knetzeiten bei dir variieren können. Ich gebe hier die Knetdauer mit meiner Knetmaschine an. Mit anderen Maschinen und unterschiedlichen Parametern (Temperaturen, finale Wassermenge, Mehlsorte) können die Knetzeiten abweichen. Bitte achte eher auf Teigkonsistenzen, als auf meine Zeitangaben zur Knetdauer.

Hinweis zum Backen: Solange ich nichts Gegenteiliges angebe, bitte immer Ober- und Unterhitze verwenden!

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Zubereitung

Aktiviere hier den Kochmodus, damit dein Bildschirm an bleibt.

Vortag

Sauerteig (bei mir: 18 Uhr)
14g Anstellgut Roggensauerteig
280g Roggen 1150
280g Wasser
Anstellgut in einem hohen Gefäß (z.B. Einmachglas) im Wasser auflösen, Mehl einrühren und abgedeckt im Raum reifen lassen.
Zieltemperatur für den Sauerteig: 28 Grad (die Schüttwassertemperatur ist abhängig von den Temperaturen deiner Zutaten: kannst du hier berechnen).

Kochstück (bei mir: 18:05 Uhr)
15g Weizenmehl Typ 550 oder W700
15g Altbrot geröstet und gemahlen (Alternativ: Vollkornmehl, wenn du nicht hast)
115g Wasser
Mehl und Altbrotbrösel im kalten Wasser einrühren, bis weitestgehend keine Mehlklumpen mehr vorhanden sind. Unter Rühren aufkochen, bis eine puddingartige Konsistenz erreicht ist (sollte nicht anbrennen) und dann mit einem Stück Frischhaltefolie direkt auf dem Kochstück vor Austrocknung schützen. Nach 2 Stunden kaltstellen.

Backtag

Hauptteig (bei mir: 11:15 bis 11:26 Uhr)
Sauerteig
120g Roggenmehl Typ 1150
335g Weizenmehl Typ 550 oder W700
240g Wasser x Grad (bei mir: 38 Grad)
(Zieltemperatur des Teigs ist 28 Grad (die Schüttwassertemperatur ist abhängig von den Temperaturen deiner Zutaten: kannst du hier berechnen))
15g Rübensirup oder Honig
14g Salz (später einkneten)
7g Brotgewürz (später einkneten)
Kochstück aus dem Kühlschrank (später einkneten)
(ggf. 1g Schisser Hefe, wenn dein Sauerteig nicht fit sein sollte)
30g Bassinage/Reservewasser (Was ist Bassinage?)
  • Sauerteig (ggf. Hefe) und Rübensirup in das Wasser einrühren. Mehl dazugeben und dann verkneten für 5 bis 6 Minuten auf niedriger Stufe.
  • Salz und Brotgewürz zugeben und auf etwas höherer Stufe weiter auskneten für ca. 2 Minuten, bis der Teig schön abbindet.
  • Dann das Kochstück in Etappen einkneten. Immer etwas hinzugeben, wenn der Teig wieder abgebunden hat.
  • Teig löst sich durch den Roggenanteil nur evtl. vom Kesselrand. Wie mein Teig aussah, siehst du unten.
  • Sollte dein Teig noch zu fest sein, kannst du noch tröpfchenweise Wasser einkneten (Bassinage), bis er sich anfühlt wie weicher Zement.
  • Mein Teig hatte eine Temperatur von knapp 27 Grad (sollte der Teig bei dir über 30 Grad warm sein, dann im Hauptteig beim nächsten Mal das Wasser kühler halten; wenn er viel kühler ist, das Schüttwasser beim nächsten Mal etwas wärmer halten).
  • ca. 1:30 Stunden Teigruhe/Kesselgare bei ca. 21° Raumtemperatur (sollte dein Teig oder Raum wärmer sein, verkürzt sich die Reifezeit; wenn kühler, dann verlängert sie sich; je 5 Grad mehr oder weniger halbiert oder verdoppelt sich die Reifezeit). D. h., der Teig bleibt einfach in der Schüssel. Vorher mit einer feuchten Teigkarte vom Schüsselrand schaben und zu einer Kugel streichen. Abdecken.
  • Nach der Teigruhe/Kesselgare (bei mir um 13:00 Uhr) wird der Teig auf eine bemehlte Oberfläche gekippt, um ihn zu formen (siehe auch Foto-Anleitung unten).
  • Mit dem Teigschaber Mehl unter den Teigling schieben, sodass er nicht anklebt.
  • Auf der Oberfläche des Teigs etwas Mehl aufstreuen und verstreichen.
  • Jetzt jeweils eine Seite nach innen klappen und dann den Teigling leicht drehen. D.h. ringsherum die Seiten mit einer Hand nach innen falten, mit der anderen dann festhalten. Wenn etwas Spannung in der entstehenden Teigkugel ist, diese mit einem Schwung umdrehen.
  • Dann die Teigkugel etwas auf Spannung zu sich heranziehen mit der flachen Hand. Siehe Anleitung unten bei den Fotos.
  • Dann wird der Teigling mit dem Schluss nach unten in ein gemehltes Gärkörbchen gelegt.
  • Teigling abdecken und vor Zugluft schützen.
  • ca. 1:30 bis 1:45 Stunden Reife (Stückgare) im Raum, Teigling vergrößert sich dabei nochmal (ca. +25 bis 35%) in dieser Stückgare.
  • Der Ofen wird 45 Minuten vor dem Backen (siehe auch Zeitplan oben) auf 250 Grad O/U-Hitze aufgeheizt,  mit Backstein und Schwader (auch Topf geht).
    D. h., nach dem Formen habe ich ca. 1 Stunde gewartet und dann den Ofen eingeschaltet.
  • Teigling auf den heißen Backstein stürzen.
  • Backstein: 10min bei 250° unter Dampf backen.
  • Backstein: 60min bei 200° backen ohne Dampf (kurz ablassen, ca. 20 bis 30 Sekunden).
  • Mit 95 Grad+ Kerntemperatur ist das Brot durchgebacken.
  • Brot auf einem Rost abkühlen lassen.
  • Fertig!

Teig nach dem Formen

Teig nach dem Kneten

Hier siehst du Schritte, wie Brote rustikal geformt werden (längere Anleitung zum rustikalen Krusten-Aufriss findest du hier):

Und auch als Beispielvideo: So wie dieses andere Brot habe ich auch das einfache Bauernbrot geformt:

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Autor:
René Dasbeck

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Verwendete Brotback-Helferlein

Die folgenden Utensilien habe ich bei diesem Rezept verwendet. Hier findest du alle Utensilien, die ich für's Brot-Backen verwende:

  • Bild für Brotback-Utensilie: Dauerbackfolie
  • Bild für Brotback-Utensilie: Gärkorb
  • Bild für Brotback-Utensilie: Teigkarte
  • Bild für Brotback-Utensilie: Backstein
  • Bild für Brotback-Utensilie: Schwader
  • Bild für Brotback-Utensilie: Teigwanne
  • Bild für Brotback-Utensilie: Küchenwaage
  • Bild für Brotback-Utensilie: Auskühlgitter
  • Bild für Brotback-Utensilie: Mehlstreuer
  • Bild für Brotback-Utensilie: Trennspray
  • Bild für Brotback-Utensilie: Schüsselhauben
  • Bild für Brotback-Utensilie: Brotbeutel
  • Bild für Brotback-Utensilie: Teiglappen
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Artikel zuletzt aktualisiert am 12. Februar 2026 von
Hier findest du Quellennachweise
* Ich empfehle unter anderem Produkte bei Amazon, die ich selber als Utensilien für das Backen meiner Brote verwende. Wenn du über meine Links etwas kaufst, erhalte ich dort eine kleine Provision. Das unterstützt mich dabei, meinen Brot-Blog weiterführen zu können. Wenn du das nicht möchtest, kannst du die Produkte natürlich auch direkt über Amazon suchen, ohne auf meine Links zu klicken. Oder noch besser: Du kaufst im stationären Handel. Das würde mich genauso freuen. Amazon und das Amazon-Logo sind Warenzeichen von Amazon.com, Inc. oder eines seiner verbundenen Unternehmen.
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Über mich

Mein Name ist René und eigentlich würde ich mich niemals selbst als Bäcker bezeichnen. Aber für meine Familie bin ich „der Bäcker“. Und weil mir das Backen von Brot unendlich Freude bereitet, versuche ich hier für mich und andere eine Sammlung an Brotback-Wissen und vielen Rezepten zu schaffen. Viel Spaß damit!

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