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FDDB - das beliebte Brot neu gedacht und in der Kastenform gebacken

Das Friss-Dich-Dumm-Brot im Kasten (FDDBK)

Der Name ist kontrovers (und stammt nicht aus meiner Feder): Dennoch ist dieses Brot ein Klassiker. Hier findest du eine gesündere und noch viel leckerere Variante, die zudem im Kasten gebacken wurde. Ein richtig schönes, helles Alltagsbrot.

Schwierigkeit: Mittel Direkt zum Rezept

Immer wieder lese ich: "Was für ein ekliger Name". Oder auch: „Das klingt ja bekloppt". Und ja, das stimmt auch. Aber irgendwie hat es die ursprüngliche Autorin des Rezepts für das "Friss dich dumm Brot" geschafft, eine hohe Reichweite zu erlangen, und das Rezept wurde fleißig nachgebacken. Leider aber ist das Rezept nicht sonderlich gut, vor allem in Bezug auf die Menge an Hefe, die darin steckt. Ein halber Hefewürfel auf knapp 500g sind viel zu viel. Dass das auch mit einem Zehntel an Hefeeinsatz geht und so für bessere Verträglichkeit sorgen kann, sollte mittlerweile bekannt sein (zumindest allen, die hier, bei mir, immer wieder mitlesen).

Daher habe ich damals eine Version 2.0 des FDDB online gestellt, und auch dieses Rezept erfreut sich großer Beliebtheit und mich freut besonders, dass es offensichtlich viele Menschen gibt, die nicht nur schnelle Erfolge beim Brotbacken suchen. Was ich immer wieder angefragt wurde, ist eine Kastenform-Variante für das Friss-dich-dumm-Brot. Grundsätzlich können die meisten Brotteige im Kasten gebacken werden. Aber gerne komme ich der Bitte um ein Rezept nach.

Mein FDDB 2.0

Was ist so schlimm am Original Rezept?

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich möchte niemandem zu nahe treten und kein Bashing gegenüber der Person ausüben, die das damalige Rezept online gestellt hat. Früher hat man anders gebacken, manche Rezepte werden auch von Generation zu Generation weitergetragen, mit allen positiven und auch negativen Eigenschaften. Auch ich habe sicherlich das eine oder andere Rezept hier im Blog, das nicht ausschließlich auf gesundheitliche Faktoren hin ausgerichtet ist. Aber ich sehe meinen Auftrag ein wenig darin, Leute darüber aufzuklären, was ein gutes Brot ist und was der Unterschied zu einem "leckeren" Brot sein kann.

Ein gutes Brot kann gesund und lecker sein. Ein weniger gutes Brot ist vielleicht nur lecker und dann auch noch für manche Personen schlecht verträglich. Kein Brot muss gesund sein, aber es sollte, aus meiner Sicht, so konzipiert werden, dass es eine gute Melange aus Aroma und Verträglichkeit ist. Gerne pragmatisch, gerne an Grenzen gehend, aber nicht problematisch für einen nennenswerten Anteil an Personen in unserer Gesellschaft. Nicht jede(r) verträgt Brot gleich gut.

Was ist der Unterschied zum Original „Friss dich dumm Brot“?

Kurz gesagt: viel weniger Hefe. Allein diese kleinen Stellschrauben machen aus dem Original-Rezept ein Rezept für ein richtig gutes Brot. Weil ich aber nicht einfach mein FDDB 2.0-Rezept kopieren und in die Kastenform bringen wollte, habe ich zusätzlich noch ein Brühstück aus Roggenmehl eingebaut. Das bringt noch einmal andere Nuancen in den Geschmack, die Frischehaltung und auch Konsistenz der Krume. Dabei bleibt es trotzdem sehr einfach in der Herstellung.

Muss ich am Vortag anfangen und was hat es mit dem Vorteig aufsich?

Ja, in dem Fall schon. Damit wir wenig Hefe einsetzen können (für die bessere Verträglichkeit von Brot) ist ein Vorteig vonnöten, in dem sich die Hefen natürlich vermehren können. Ein Teil des Teigs ist dann schon vorfermentiert. Das führt am Ende zu einem aromatischeren Brot.

Wozu brauche ich das Brühstück?

Das Brühstück sorgt dafür, dass du mehr Wasser in den Teig bringst, als ohne. Das Roggenmehl wird verkleistert, speichert das Wasser und gibt es nicht mehr an den Teig ab. Der Teig wird dadurch also nicht weicher, trotz mehr Wasserinhalt. Außerdem schmeckt das Brot so einfach etwas anders. Jede gedrehte Stellschraube ergibt ein neues Brot.

Muss ich die Kastenform einfetten?
Ja, die Kastenform sollte gut eingefettet oder mit Backpapier ausgelegt werden (oder wie ich: mit Trennspray eingesprüht), damit sich das Brot nach dem Backen leicht lösen lässt.

Wie voll sollte ich die Kastenform füllen?
Die Kastenform sollte etwa zu max. 50-60% gefüllt sein, damit der Teig genug Platz hat, um aufzugehen. Füllst du sie zu voll, könnte der Teig beim Backen überlaufen oder an den Rändern reißen.

Verwendete Mehle im FDDBK

Ich habe Standardmehle verwendet:
Weizenmehl Typ 550
Weizenmehl Typ 1050
Dinkelmehl Typ 630
Roggenmehl Typ 1150

Ja, ich weiß, 4 Mehlsorten? Du kannst auch etwas variieren und nur 3 Sorten nehmen (z. B. kein 1050er und anstelle dessen noch mehr 550er. Dann aber ein paar Gramm Wasser zurückhalten. Auch Vollkornmehl ist möglich, dann wieder ein paar Gramm mehr Wasser einplanen.

Mein Zeitplan:

Vortag

19:30 Uhr Vorteig angesetzt
19:35 Uhr Brühstück angesetzt
21:30 Uhr Vorteig und Brühstück kalt stellen

Backtag

09:15 bis 09:30 Uhr Teig geknetet
10:00 Uhr Teig gedehnt und gefaltet
10:30 Uhr Teig gedehnt und gefaltet
11:00 Uhr Teig sanft gedehnt und gefaltet
12:00 Uhr Teig geformt und in Kastenform gelegt
13:00 Uhr Ofen eingeschaltet
13:40 bis 14:40 Uhr gebacken

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Rezept

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Ergebnis

ca. 1080g Brot

Zubereitungszeit

🕒

Region

Deutschland

Frischehaltung

Hält 2 bis 3 Tage frisch

Symbolbild: Zur Druckversion Rezept drucken
Dieses Brot habe ich in der Kastenform gebacken.
Alles übers Brotbacken in der Kastenform liest du hier und auch, welche Kastenformen ich so verwende. Ich habe hier mit einer beschichteten Stahl-Kastenform* gebacken. Sie hat eine Größe von 21 x 12 x 11.7 cm und ist für 450 bis 1000g Brote (je nach Teigvolumen) geeignet:

Kastenform von Monfish
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Zutaten

  • 120g Dinkelmehl Typ 630
  • 80g Roggenmehl Typ 1150
  • 320g Weizenmehl Typ 550
  • 120g Weizenmehl Typ 1050
  • 500g Wasser
  • 3g frische Hefe
  • 15g Honig (kann auch weggelassen werden)
  • 13.5g Salz
  • 10g Balsamicoessig (oder anderer Essig)
  • Bis 25g Reservewasser

Hinweis, damit der Teig nicht zu weich wird: Es macht Sinn die Wassermenge immer etwas vorsichtiger zu dosieren, wenn nicht genau die gleichen Mehle verwendet werden, die ich verwendet habe. Ich versuche schon durch "Reservewasser" einen gewissen Faktor herauszurechnen, dennoch kommt es immer wieder vor, dass mal Teige beim Nachbacken zu weich werden. Lieber zu Beginn nochmal 20g weniger Wasser nehmen und später dann dazugeben. Vor allem dann, wenn man am Anfang der BäckerInnen-Karriere steht. :)

Hinweis zu Knetzeiten: Bitte beachte, dass hier angegebene Knetzeiten bei dir variieren können. Ich gebe hier die Knetdauer mit meiner Knetmaschine an. Mit anderen Maschinen und unterschiedlichen Parametern (Temperaturen, finale Wassermenge, Mehlsorte) können die Knetzeiten abweichen. Bitte achte eher auf Teigkonsistenzen, als auf meine Zeitangaben zur Knetdauer.

Hinweis zum Backen: Solange ich nichts Gegenteiliges angebe, bitte immer Ober- und Unterhitze verwenden!

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Zubereitung

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Vortag

Vorteig (bei mir: 19:30 Uhr)
100g Dinkelmehl Typ 630
80g Wasser
1g frische Hefe
Hefe im Wasser auflösen und dann mit dem Mehl verrühren. Abgedeckt reifen lassen im Raum für 2 Stunden und dann kalt stellen.
Roggenbrühstück (bei mir: 19:35 Uhr)
80g Roggenmehl Typ 1150
100g heißes Wasser (100 Grad)
Roggenmehl mit heißem Wasser übergießen, einrühren (notfalls mit feuchten Händen zu einem Klumpen formen) und mit Frischhaltefolie direkt auf dem Brühstück abdecken. Abkühlen lassen im Raum und nach 2 Stunden kaltstellen.

Backtag

Hauptteig (bei mir 9:15 bis 9:30 Uhr)
320g Wasser warm (35 Grad)
Vorteig aus Kühlschrank
Roggenbrühstück aus Kühlschrank
2g frische Hefe
15g Honig (notfalls weglassen, wenn vegan)
320g Weizenmehl Typ 550
120g Weizenmehl Typ 1050
20g Dinkelmehl Typ 630
10g Balsamico-Essig
13.5g Salz (später einkneten)
Bis 25g Reservewasser (später nur einkneten, wenn Teig noch Wasser aufnehmen kann)
  • Die Hefe, den Vorteig, Honig, Essig und das Brühstück im Wasser gut einrühren (geht am besten in der Maschine).
  • Dann das Mehl hinzugeben und auf niedriger Stufe für 6 bis 7 Minuten verkneten. Der Teig sollte homogen und einigermaßen dehnbar werden.
  • Dann kommt das Salz hinzu und du knetest für weitere 2 Minuten auf etwas höherer Stufe, bis der Teig wieder gut abgebunden hat.
  • Sollte dein Teig zu fest sein, kannst du zum Schluss tröpfchenweise noch etwas Reservewasser nachschütten und einkneten, bis die Konsistenz für dich passt. Siehe Foto meines Teigs unten.
  • Mein Teig hatte eine Temperatur von 25.5° und reifte dann in einer leicht geölten Teigwanne abgedeckt für ca. 2,5 Stunden bei ungefähr 22°. Wenn der Raum viel wärmer ist, dann reift der Teig schneller. Auch wenn der Teig wärmer ist. Wenn Raum oder Teig kühler sind, reift der Teig ggf. etwas länger. Der Teig sollte sich ca. 80-100% vergrößern, aber nicht instabil werden, dann schnell weiterverarbeiten.
  • Während der Reife: Bei 30, 60 und 90 Minuten wird der Teig gedehnt und gefaltet. Wobei bei 90 Minuten eher nur noch sanft gedehnt und gefaltet wird (Coil Fold).
  • Nach den 2,5 Stunden Reife sollte der Teig schon gut aufgegangen sein (80-100%). Dann kannst du deine Kastenform vorbereiten: Gut einfetten (ich nehme immer Trennspray, siehe unten).
  • Dann wird der Teig auf die leicht gemehlte Arbeitsplatte gegeben und zuerst einfach rund geformt und dann etwas länglich ausgerollt in die Größe, die zur Kastenform passt. Siehe Video unten.
  • Danach wird die Kastenform abgedeckt und der Teig reift darin in der Stückgare für ca. 1,5 bis 2 Stunden im Raum. Er geht darin noch einmal deutlich auf.
  • 45 Minuten bevor gebacken wird, muss der Ofen auf 250° mit Ober/Unter-Hitze aufgeheizt werden. Einen Schwader für Dampf dazustellen. Wenn kein Stein vorhanden ist, dann zumindest 20 Minuten ein Backblech aufheizen.
  • Dann den Teig einmal längs mit einem schnellen Schnitt mit einem Wellenmesser einschneiden, ca. 0.75 cm tief. Gerne leicht schräg halten das Messer, das verbessert den Aufriss.
  • Kasten in den Ofen stellen, direkt auf 200 Grad herunterschalten und ca. 60ml Wasser im Schwader verdampfen.
  • 10 Minuten unter Dampf backen lassen.
  • Ofen kurz öffnen (30 Sekunden) und dadurch den Dampf ablassen.
  • Weitere 50 Minuten backen.
  • (Ofen in der Zwischenzeit auf 180-190 Grad herunterschalten, wenn dein Brot zu dunkel werden sollte.)
  • Gerne mit einem Thermometer (Beispiel bei Amazon; Partnerlink*) die Kerntemperatur messen, die bei 96+ Grad liegen sollte.
  • Kasten aus dem Ofen nehmen, Brot aus dem Kasten nehmen und auf einem Rost abkühlen lassen.
  • Fertig!

 

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Autor:
René Dasbeck

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Verwendete Brotback-Helferlein

Die folgenden Utensilien habe ich bei diesem Rezept verwendet. Hier findest du alle Utensilien, die ich für's Brot-Backen verwende:

  • Bild für Brotback-Utensilie: Getreidemühle
  • Bild für Brotback-Utensilie: Küchenmaschine
  • Bild für Brotback-Utensilie: Kastenform
  • Bild für Brotback-Utensilie: Gärkorb
  • Bild für Brotback-Utensilie: Brotmesser
  • Bild für Brotback-Utensilie: Teigkarte
  • Bild für Brotback-Utensilie: Backstein
  • Bild für Brotback-Utensilie: Schwader
  • Bild für Brotback-Utensilie: Teigwanne
  • Bild für Brotback-Utensilie: Küchenwaage
  • Bild für Brotback-Utensilie: Auskühlgitter
  • Bild für Brotback-Utensilie: Mehlstreuer
  • Bild für Brotback-Utensilie: Trennspray
  • Bild für Brotback-Utensilie: Schüsselhauben
  • Bild für Brotback-Utensilie: Brotbeutel
  • Bild für Brotback-Utensilie: Teiglappen
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Artikel zuletzt aktualisiert am 22. Januar 2026 von
Hier findest du Quellennachweise
* Ich empfehle unter anderem Produkte bei Amazon, die ich selber als Utensilien für das Backen meiner Brote verwende. Wenn du über meine Links etwas kaufst, erhalte ich dort eine kleine Provision. Das unterstützt mich dabei, meinen Brot-Blog weiterführen zu können. Wenn du das nicht möchtest, kannst du die Produkte natürlich auch direkt über Amazon suchen, ohne auf meine Links zu klicken. Oder noch besser: Du kaufst im stationären Handel. Das würde mich genauso freuen. Amazon und das Amazon-Logo sind Warenzeichen von Amazon.com, Inc. oder eines seiner verbundenen Unternehmen.
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Über mich

Mein Name ist René und eigentlich würde ich mich niemals selbst als Bäcker bezeichnen. Aber für meine Familie bin ich „der Bäcker“. Und weil mir das Backen von Brot unendlich Freude bereitet, versuche ich hier für mich und andere eine Sammlung an Brotback-Wissen und vielen Rezepten zu schaffen. Viel Spaß damit!

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